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Jan Seithe: weiß raum. Ästhetik und Poesie weißer Flächen in Typografie, Literatur und bildender Kunst [Diss. 2020]

Sobald das erste Zeichen erscheint, verliert sein Hintergrund unsere Wahrnehmung. Diese Arbeit will die Aufmerksamkeit auf das lenken, was nicht ge-zeichnet und doch be-zeichnet ist, auf die weißen Stellen, die Teil des vollendeten Werkes sind. Jene als positiv empfundenen ›Negativ-Formen‹, die Gegenstand dieser Arbeit sind - die Weißräume.

Weißräume stellen jene unbedruckten und nicht bezeichneten Stellen eines Textes oder einer Zeichnung dar, die den Blick auf den Zeichenträger, das weiße Blatt Papier, freigeben. Jene materialen Aussparungen, welche in der Regel übersehen werden, stellen sich als Bestandteile von Texten und Zeichnungen heraus, die diese gerade erst hervorbringen. Über ihre rein strukturbildliche Funktion hinaus können Weißräume poetisch und ästhetisch wirken. Typografen, Schriftsteller und Zeichner der Moderne bedienen sich der optisch ins Auge fallenden Leerstelle als bedeutungstragendes Zeichen. In seiner Vieldeutigkeit und Offenheit offenbart sich der Weißraum als produktives Stilmittel moderner und post-moderner Ausdrucksweisen.

Jan Seithe
weiß raum.
Ästhetik und Poesie weißer Flächen in Typografie, Literatur und bildender Kunst
[Diss. 2020]
Reihe Bild- und Kunstwissenschaften, Bd. 12
Siegen: universi 2020, 506 S., farbige Abb.
ISBN: 978-3-96182-049-8
Preis: 28,- Euro

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