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Das „Siegener Literarische Quartett“: Eine Neuauflage vor der Neuauflage

Im Oktober hat das ZDF mit dem „Literarischen Quartett“ die Neuauflage eines TV-Klassikers gestartet. Die Siegener Kartenspiel-Variante des „Literarischen Quartetts“ entstand ursprünglich 2001 aus der aktuell immer noch drängenden Frage: Wie bringt man Studierende zum Lesen von Literatur? Sowohl Sendung als auch Quartett erfahren jetzt eine Wiederaufnahme.

Von 1988 bis Ende 2001 war das "Literarische Quartett" ein überaus erfolgreiches Format, geprägt von seiner ebenso meinungsstarken, provozierenden wie profund kenntnisreichen zentralen Figur, dem 2013 verstorbenen Literaturkritiker Marcel Reich-Ranicki. Als Literaturwissenschaftler der Universität Siegen 2001 das „Literarische Quartett“ wörtlich nahmen und ein Kartenspiel entwickelten – auch in der Doppelkopfvariante spielbar – war der Erfolg so groß, dass noch im Erscheinungsjahr eine Neuauflage erforderlich wurde. Jetzt ist das „Literarische Quartett“ der Siegener Art in überarbeiteter und neugestalteter Form wieder aufgelegt worden.

Zur Entstehung

Die Siegener Kartenspiel-Variante des „Literarischen Quartetts“ entstand ursprünglich 2001 aus der auch aktuell noch drängenden Frage: Wie bringt man Studierende zum Lesen von Literatur? Im Anschluss an eine Umfrage an der Universität Siegen nach einem für die Lehrenden gültigen literarischen Kanon konzipierten die Siegener Literaturwissenschaftler Peter Gendolla und Carsten Zelle (jetzt Ruhr-Universität Bochum) ein spielbares literarisches Quartett bzw. ein literarisches Doppelkopfspiel. Dabei wurde die Anzahl der zu nennenden kanonischen Werke rigoros auf 48 beschränkt. Mit Blick auf diesen Umfang wurde eine Struktur vorgegeben, die jeweils vier Werke – Quartette – auf drei Gattungen (Epik, Dramatik, Lyrik) aus vier Epochen bzw. Zeiträumen (Antike bis Frühe Neuzeit, 17./18. Jahrhundert, 19. Jhdt., 20. Jhdt.) verteilte.

Studierende eines von Peter Gendolla veranstalteten Seminars wählten aus jedem kanonisierten Werk jeweils ein pointiertes Zitat sowie für die visuelle Gestaltung des Kartenspiels ein charakteristisches bzw. frei assoziiertes Bild, wodurch bewusst die Grenze zu anderen Künsten hin überschritten wird. Absatz und Nachfrage des „Siegener Literarischen Quartetts“ waren überaus erfolgreich, auch, weil es durch überregionale Berichterstattung (u.a. WDR/DLF) und lokale Medien prominente Besprechungen gab, die bereits im Erscheinungsjahr 2001 eine Neuauflage erforderlich machten.

Zur Neuauflage

Die bereits seit längerem bestehenden Überlegungen zu einer Neuauflage des Kartenspiels – auch mit der Perspektive, eine Version mit einem weiblichen literarischen Kanon zu konzipieren – konnten dank der Unterstützung durch das Kultur!Büro des Kreises Siegen-Wittgenstein sowie der Uni-Pressestelle realisiert werden. universi – der Universitätsverlag Siegen hat die Neuauflage erarbeitet, bei der die Qualität und Auswahl der Abbildungen, vor allem aber die Kartenspiel-Qualität verbessert wurde. Das Quartett ist über den Siegener Uni-Shop sowie bei universi erhältlich.

„Das Siegener Literarische Quartett“ - ein literarisches Kartenspiel
Peter Gendolla, Carsten Zelle
Siegen: universi 2015
ISBN 978-3-936533-55-2
Preis: 4,- Euro